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Unsere Schulchronik

Schulhaus im Jahr 1934

Die Schule:  Auszug aus Ipsheim – Die Chronik eines Dorfes

Quelle: Pfarrarchiv Ipsheim

 

Der Beginn

Am 4. Februar 1874 beschloss das königlich bayerische Bezirksamt, in Ipsheim ein neues Schulhaus zu bauen. Die Verhältnisse im alten Mesnerhaus (damals Hausnummer 103) waren untragbar geworden. Seit der Reformation haben die Ipsheimer Kinder dort lesen und schreiben gelernt. … Die Verhältnisse im alten Schulhaus wurden immer unerträglicher. Die Inspektionsprotokolle stellen es regelmäßig fest, bestätigen aber gleichzeitig gute Unterrichtsergebnisse. Die Lehrer klagten auch über Beeinträchtigungen von außen. Täglich treibe der nebenan wohnende Seilermeister und Kühbauer seine Kühe über den Kirchhof in den Stall und wieder heraus. Das Vieh streiche dabei unter entsprechender Hinterlassenschaft an drei Seiten um das Schulhaus herum. Besonders störend seien Lärm und Gestank, wenn der Nachbar Mist fahre.

Die Planung des Neubaus am westlichen Dorfrand gestaltete sich langwierig. Die Frage der primären Baupflicht war zwischen Kirchenstiftung und Schulsprengelgemeinden bis 1881 umstritten. Sie blieb schließlich der Kirchenstiftung, die subsidiäre Baulast übernahm der Staat, die Gemeinden leisteten die Hand- und Spanndienste.

Am 11.08.1892 konnte endlich der Grundstein gelegt werden. Bereits am 2. November 1893 hielt man feierlich Einzug in den stattlichen Neubau. Er enthielt drei Schulzimmer und zwei Lehrerwohnungen.

Die nächsten Jahrzehnte brachten Umwandlungen der „Volksfortbildungsschule“ in eine „landwirtschaftliche Berufsschule“, die Einführung der 7. Klasse und eine dritte Lehrkraft.

Die 1936/37 von der Gemeinde Ipsheim beantragte Einführung der 8. Klasse scheiterte an der Raumfrage. 1938 wird die evangelisch-lutherische Volksschule Ipsheim im Zuge einer generellen Regelung im Bezirk Uffenheim in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt.

Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einer völligen Neuordnung des Schulwesens.

 

 

 

Im April 1999 begann man erneut eine Sanierung des Schulgebäudes. Das undichte Dach wurde neu gelattet und eingedeckt, die nicht mehr benötigten Kamine abgebaut, was für mehr Raum im Schulhaus sorgte. Die Unterrichtsräume wurden renoviert, die teils überalterte Möblierung ausgetauscht.

Im Schuljahr 2000/2001 waren erstmals so viele Schulanfänger angemeldet worden, dass es zwei erste Klassen geben musste. Im Mai 2001 investierte die Gemeinde Ipsheim in vier Computer, um an der Schule den Umgang mit den neuen Medien zu lehren, später wurde ein noch besser ausgestatteter Multimedia-Raum eingerichtet. Seit 2008 steht für die Schüler eine Mittagsbetreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenhilfe zur Verfügung, von der 80-90 % der Schüler profitieren. Ab dem Schuljahr 2014/2015 wird als Pilotprojekt eine flexible Grundschule mit einer Eingangsstufe (= 1. + 2. Klasse) gegründet, die je nach Entwicklungsstand der Schüler in 1, 2, oder 3 Jahren absolviert werden kann.

 

 

 

Heute, im Jahr 2019, besuchen 84 Schüler aus Ipsheim, Weimersheim, Mailheim, Kaubenheim, Eichelberg, Bühlberg und Oberndorf unsere Schule. Es gibt zwei flexible Eingangsklassen und eine 3. sowie eine 4. Klasse. Immer noch hört man Kinderlachen im Schulhaus und das Knarzen der 125 Jahre alten Treppe, über die schon so viele Generationen gelaufen sind. Viele Schulleiter und Lehrer sind gekommen und gegangen. Der Bestand der Schule scheint für die nächsten Jahre gesichert.

 

Freuen wir uns auf viele weitere Jahre in unserem ehrwürdigen und gemütlichen Schulhaus.